Nachhaltige Atomkraft?

Am 1. Januar 2022 wache ich auf und denke ich bin im falschen Film. Jahrzehntelang waren wir auf der Straße um gegen Atomkraft zu demonstrieren. Nicht etwa, weil wir nicht auch gerne viel billigen Strom aus der Steckdose gewollt hätten, sondern weil neben den Risiken katastrophaler Unfälle im Normalbetrieb radioaktiver Müll verbleibt für dessen Entsorgung, Recycling oder kerntechnische Umwandlung in harmloses Material wir keine Lösungen haben. Und, weil wir immer wußten, dass die irrsinnig hohen Kosten für Atomstrom nicht in der Stromrechnung sondern in der Steuererklärung stehen. Wider besseren Wissens wurden AKW´s genehmigt mit deren Atommüll wird noch hunderttausend Jahre beschäftigt sein werden, weit über jede Vorstellungskraft eines Menschen hinaus – trotz des Deutschen Atomausstiegs. Glaubt ernsthaft jemand, dass man strahlenden Atommüll irgendwo „verklappen“ kann ohne dass er bei der nächsten Umweltkatastrophe wieder hochkommt? Immerhin können wir die Atomstromlüge jetzt „nachhaltig“ verstecken.

Wir erklären Atomkraft einfach als „nachhaltig“. Verlogener geht’s nimmer. In ganz Europa sieht man „strahlende Gesichter“. Überraschend kam das wohl kaum. Vielmehr haben in vielen Gesprächen Französische Lobbyisten Atomkraft umdeklariert und Deutsche im „Gegenzug“ Geld für Gaskraftwerke zugesagt bekommen. Wer wollte das ablehnen, wo doch für jeden was dabei ist und man nur im Paket entscheiden kann? Umstieg in eine nachhaltige Energiegewinnung? Wozu, wir sind doch schon da! Klar, dass man sich da nur vornehm enthalten und nicht mal dagegen stimmen kann. Andere Länder „atmen auf“ und stimmen gerne dafür.

Klar ist, dass heute morgen französischer Atomstrom aus Bayerischen Steckdosen kam, weil wir außer Papieren nichts bewegt haben. Nachhaltigkeit kann man das wohl kaum nennen. Allerdings: wir dulden das dann nicht nur als „Übergangstechnologie“ sondern wir fördern das dann auch noch als neuen Einstieg, der dringend nötige Investitionen in neue Energieformen jetzt erst mal für Jahrzehnte fehlleitet. Diese Änderung der „Taxonomie“, also der Namensgebung, macht „Nachhaltigkeit“ zum konterkarierenden Unwort. Ein Schlag ins Gesicht derer, die Nachhaltigkeit ernst genommen haben. Zukünftige Generationen werden wir so nicht vor Kosten und Schäden schützen, weil der Natur und Umwelt unsere „Taxonomie“ völlig egal sind. Das Signal in die Welt ist fatal: macht ruhig weiter so, ist ja alles nachhaltig, und wenn es noch nicht so ist, dann ändert doch einfach die Begrifflichkeiten.

Was bleibt ist eine Lüge, und das Schlimme ist, dass alle Beteiligten das wissen.

Das alte Feuerwehrhaus

Für eine „Chronik“ ist es zu früh. Vielleicht wird es diesmal ja

  •  eine kurze Geschichte – mit gutem Ende

dann

  •  „… ist ein bißchen Dorfmitte wieder drinnen …

und es braucht gar keine „Chronik“.

Wer genau auf die Türe schaut, kann schon lesen was aus dem alten Feuerwehrhaus in Wippenhausen werden soll. Um Feuer soll es auch in Zukunft gehen. Allerdings wird bei dieser brennend heißen Sache dann nur noch Durst gelöscht. Ein „Brotbackhäusl Wippenhausen“ würde einer alten Tradition neuen Raum geben und scheint zumindest „zum Greifen nah“ . Für die Dorfgemeinschaft wäre es sicher ein Gewinn – auch zum stillen des Dursts nach einer weiteren Ebene der Gemeinsamkeit und Kommunikation in der Dorfgemeinschaft.

Immerhin hat der Gemeinderat am 18.1.2022 der Nutzung des alten Feuerwehrhauses durch den Brotbackhäusl Wippenhausen e. V. zugestimmt – mit 3 monatiger Kündigungsfrist – damit da ja nichts anbrennt.

Näheres und aktuelles erfahrt Ihr sicher beim „Brotbackhäusl Wippenhausen e. V.“ .

Alles Scheiße oder was?

Maisfelder und Raps – soweit das Auge reicht. Nachwachsende Rohstoffe für ausbleibendes Gas und durstige Autos. Die neue Aufgabe nicht nur für Bayerische Bauern heißt: Energie statt Essen. Nur dumm, dass eine funktionierende Biogasanlage 600 ha Mais braucht. So langweilt sich der seltene Urlauber kommender Jahre auf seiner eintönigen Wanderung durch die Bayerische Maislandschaft. Da kommt es auch nicht darauf an, dass bei der Einkehr Pommes und Bier mangels Kartoffeln und Gerste wieder mal teurer geworden sind. Dafür verfault der Mais schön zu Gas, und der Rest geht wieder raus auf die Felder. „Scheiße Recycling“ eben. Noch besser geht´s demnächst mit Schilf, das sogar von alleine alles überwächst.

Zwischen den Maiswäldern züchten die eigentlichen Bauern Schafe und Rinder, pflanzen Erdbeeren und Getreide für den lokalen Markt. „Jedermann“ pflanzt Obstbäume und sucht Freiräume als Neubauer, der vielleicht bald die Unabhängigkeit der Lebensmittelversorgung und die Offenheit unserer Kulturlandschaft sicherstellt. Derweil kommt billigster Zucker und Alkohol aus Brasiliens subventionsloser Weite. Jedes Land hat eben seine Stärken. Nur dumm, dass wir mit nachwachsenden Rohstoffen 5 Planeten brauchen, um einen mittleren Lebensstandard Mexikos auf Mutter Erde zu sichern. Am besten ist unbestritten Sonnenenergie. Die fangen große Bäume besonders effektiv ein. Dabei holen sie auch noch jede Menge Kohlendioxid aus der Athmosphäre – solange sie noch nicht für Palmöl Plantagen abgeholzt sind. Aus der Rohstoffmisere hilft also nur ein nachwachsender Rohstoff den es zu fördern gilt: Hirn.

Schwergewichte

Wir schreiben die Zeit des großen „E“. Des schweren „E“? Des leisen „E“? Mit den E-Autos liegen wir wohl bei durchschnittlich bei zwei Tonnen. Zu niedrig geschätzt? Zwei Tonnen, um eine Durchschnittsperson von 70 kg zu bewegen. Nicht gerade das, was die ohnehin schon schlechte Ökobilanz der E-Autos verbessert. Wir wollen (müssen) doch Energie einsparen – gerade auch elektrische. Reine Physik ist, dass mit steigender Masse die Energie diese zu bewegen krass ansteigt. Da könnte man mit leichteren Autos viel Energie sparen – und dennoch am Wochenende die Oma besuchen oder in die Berge fahren. Mit den batteriebetriebenen E-Autos kann man da wohl keinen Blumentopf gewinnen. Viel zu schwer; unökologische „Massenbewegung“. Die Autoindustrie präsentiert einen schweren (unbezahlbaren) „Bolzen“ nach dem anderen. Das soll’s sein? Alle kleinen, leichten E-Autos, die von Startups geplant wurden, sind „verschwunden“. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Und, niemand redet über die 4 Mio. Motorräder in Deutschland – vielfach schwere Maschinen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Da kann der Spritverbrauch eines Edelrenners mit 5-7 l/100 km öfter mal über dem Verbrauch eines modernen Verbrenner PKWs liegen. Zudem sind Biker größtenteils überlaute Spassfahrer die am Abend und am Wochenende Ehrenrunden drehen, unnötige Sprit(z)touren machen und CO2 (und andere Stoffe) verpusten. Verkauft wird „Sound“ – und „große Freiheit“. Klimaschutz? Anwohner? Mitmenschen? Wildtiere? Kein Thema. Immer noch lesen wir „frohlockende“ Presseberichte zu neuen schweren Maschinen, die mit 3 komma irgendwas Sekunden auf 200 Sachen beschleunigen – mit dem Hinweis: „nichts für den Alltag; macht aber einfach Laune bei der Abendrunde„. E-Motorbike? Ein leiser Spaß mit irrer Beschleunigung aus dem Stand – dank hohen Drehmoments von Anfang an. Keine Option für solche soundhörige Biker. Klar, da gibt es auch die kleine Minderheit der Spritsparer, die mit meist kleineren, leichten Maschinen zur Arbeit fahren. Die fallen (in Wippenhausen) nie negativ auf – können sich eh keine schweren Maschinen leisten – und rasen auch nicht fünfmal hintereinander dieselbe Strecke durch den Wippenhauser Wald.

Aus der CO2– und Energiemisere hilft nur weniger Verbrauch. Im Gegenzug könnte mehr Lebensqualität entstehen. Es könnte so leicht sein. Gewichtsbeschränkung für eine PKW Flotte? Steuerbonus für leichte PKW? Neue Coolness für „fette Checker“: mir fällt´s leicht? Ein leichtes Fahrzeug geht übrigens mit weit geringerem Impuls in den Crash. Wieder reine Physik – evtl. überlebenswichtig.

Vielleicht wird alles viel leichter?